Emissionen verringern.

Zukunft schaffen.

Warum?

Hintergrund

Emissionen in der Schifffahrt zu reduzieren, ist das Gebot der Stunde.

Das Projekt „FlettnerFLEET“ verfolgt das Ziel, die Flettner-Technologie in Deutschland für eine breite Anwendung in der nationalen und internationalen Schifffahrt weiterzuentwickeln und mit diesem Windzusatzantrieb einen Beitrag zum Klimaschutz in der Schifffahrt zu leisten.

Dahinter steht die steigende Notwendigkeit, in der Schifffahrt verstärkt innovative klimaschonende Technologien zum Einsatz zu bringen. Die Weltschifffahrtsorganisation (IMO) arbeitet derzeit an einer Strategie, um den weiterhin ansteigenden CO2-Ausstoß der Welthandelsflotte möglichst schnell zu reduzieren und bis zum Jahr 2050 um mindestens 50 Prozent zu senken. Darüber hinaus wird eine vollständige Dekarbonisierung der Schifffahrt so früh wie möglich in diesem Jahrhundert angestrebt. Der von der EU initiierte „European Green Deal“ setzt bereits frühere und ambitioniertere Ziele. Bis 2030 sollen die CO2-Emissionen im Rahmen des Programms „Fit for 55“ um mindestens 55% reduziert werden bezogen auf die Schiffsemissionen in 1990.

Auch wenn noch viele Umsetzungsdetails der politischen Strategien und Programme offen sind, so ist bereits klar, dass neue technologische Wege gegangen werden müssen, sowohl mit inkrementellen als auch radikalen Innovationen. Hier liegen Windzusatzantriebe, also die unmittelbare Nutzung der Windenergie für den Schiffsvortrieb einerseits „seit Jahrtausenden“ auf der Hand und das hohe Potenzial auf See ist hinlänglich bekannt. Andererseits benötigt die Schifffahrt in diesem Bereich innovative Technologien, die alle wichtigen Anforderungen des modernen Schiffbaus und -betriebs erfüllen. Hier haben Flettnerrotoren in verschiedenen Pilotprojekten bereits ihre grundsätzliche Eignung als Windzusatzantrieb für moderne Handelsschiffe gezeigt.

Ziele

Entwurfsgrundlagen für Frachtschiffe mit Flettnerrotoren schaffen

Weiterentwicklung der Flettnerrotortechnologie

Optimierung bestehender Assistenzsysteme

Umfassende Messdatenerfassung für eine breite Datengrundlage

Was?

Flettnerflotte

Maßnahmen

Breite Datengrundlage für die Weiterentwicklung der Flettnerrotoren

MS Annika Braren und MS E-Ship1 als Datengeberinnen

Upgrade bestehender Messtechnik
umfassende Messkampagnen und Auswertungen

Datenbasis für Weiterentwicklung von Rotortechnologie & Schiffsentwürfen

Vorreiterin des Projektes ist die mit einem Flettnerrotor aus Leer bestückte ehemalige „MS Fehn Pollux“. Weitere Rotorschiffe wie die „MS E-Ship1“ sowie die „MS Annika Braren“ werden ebenfalls in die Datengrundlage des Projektes im Zuge von Messkampagnen aufgenommen. Dazu werden die bestehenden Messsysteme an Bord überprüft und gegebenenfalls angepasst, um die relevanten Daten der Rotoren erfassen zu können. Entsprechende Analysen werden dazu beitragen, die Flettnerrotortechnologie gezielt zu optimieren und die geplanten Schiffsentwürfe auf das Zusammenspiel zwischen Flettnerrotoren und dem System Schiff zu entwickeln.

Weiterentwicklung Flettner-Rotortechnologie

  • Optimierung der Rotorgeometrie und -mechanik
  • Untersuchung alternativer Materialien
  • Vorbereitung einer industriellen Rotorfertigung
  • Analyse und Abgleich mit bestehenden Regelwerken

Mit Hilfe der erfassten Messdaten wird der Betrieb und die Konstruktion der Rotoren optimiert. Dazu werden die bestehenden Konstruktionen analysiert und Verbesserungen entwickelt. Darüber hinaus wird auch nach einer kosteneffizienten und flexiblen Fertigungsweise gesucht. Ziel ist es, die Fertigungskompetenz in Deutschland aufzubauen und langfristig zu halten.

„Eine gute Datenbasis ist ein wesentliches Element für Weiterentwicklungen. Hier bringen wir unsere Kompetenz und Erfahrung aus der Windkraftindustrie ein, um die Flettnerrotortechnologie nach vorne zu bringen!“

Paul Feja

Fraunhofer-Institut für Windenergiesysteme

Hintergrund

Ralf Ottmanns

ECO FLETTNER GmbH

„Die überaus positiven Ergebnisse dieser Prototypeninstallation werden nun genutzt, um die Technologie weiterzuentwickeln. Wir haben mit dieser Installation bereits eine gute Datenbasis für anstehende Optimierungsschritte vorliegen, die wir nun noch weiter ausbauen müssen“

Neue Flettner – Rotorschiffe

Entwicklung von Entwurfsgrundlagen

Hydrodynamisch optimale Unterwasserschiffe

Aerodynamisch angepasste Überwasserschiffe

Aufeinander abgestimmtes Antriebskonzept

Mit dem Projekt soll eine umfassende Methodik für den Entwurf von Schiffen mit Flettnerrotoren entwickelt werden, um eine breite Anwendung der Technologie in der Schifffahrt zu ermöglichen. Dazu werden verschiedene Schiffstypen im Projekt gemeinsam mit den beteiligten Reedereien untersucht und entsprechend ihrer Eigenschaften auf den Betrieb mit Flettnerrotoren hin optimiert. Im Nachgang des Projektes werden die Ergebnisse so besser auf konkrete Schiffsentwürfe übertragbar sein.

„Für den Schiffsentwurf wird eine Kombination von numerischen Modellen und physikalischen Modellversuchen genutzt, um aussagekräftige Ergebnisse liefern zu können.“

Dr. Jochen Marzi

Hamburger Schiffsversuchsanstalt

Weiterentwicklung Assistenz- und Monitoringsysteme

  • Erweiterung des Wetter-Routings für einen effizienten Betrieb
  • Manöversimulation zur besseren Vorhersage des Rotorschiffverhaltens
  • Aufbau eines Reallabors anhand eines skalierten Rotors
  • Schiffsführungssimulation für den sicheren Betrieb

Als weiterer Baustein wird im Projekt daran gearbeitet, die Routenplanung für Rotorschiffe so zu optimieren, dass die Schiffe den Wind optimal nutzen können. Hierbei sollen jedoch keine unnötigen zusätzlichen Strecken zurückgelegt werden, um den Zeitplänen gerecht zu werden. Darüber hinaus ist es wichtig, dass die Steuerung der Rotoren so einfach wie möglich gehalten wird, die Systeme dabei aber einen hohen Grad an Autonomie und Intelligenz besitzen. Nur so können sie möglichst viel in Betrieb sein und dadurch Kraftstoff einsparen. Eine gute Abstimmung der Einheiten aufeinander muss gegeben sein, um weitere Kraftstoffeinsparungen möglich zu machen.

„Mit den Weiterentwicklungen im Bereich der Assistenz- und Monitoringsysteme erhöhen wir nicht nur die Effizienz der Schiffe, sondern vereinfachen die Bedienung noch mehr und erhöhen die Zuverlässigkeit der Flettnerrotorschiffe!“

Prof. Kapt. Michael Vahs

Hochschule Emden-Leer

Wie?

Funktionsprinzip

Der Magnus Effekt

Der Magnus-Effekt, benannt nach Heinrich Gustav Magnus, ist ein Phänomen der Strömungsmechanik und beschreibt die Kraft, die ein rotierender runder Körper in einer Strömung erfährt.

Bei einem Flettner Rotor geht es dabei konkret um einen rotierenden Zylinder, der vom Wind umströmt wird. Durch die Rotation entsteht dabei eine Kraft, die im Quer zur Windrichtung wirkt.

Antrieb durch Überdruck

Bläst Wind gegen einen rotierenden Zylinder, wird die Luftströmung auf der Seite, wo Windrichtung und Rotationsrichtung gleich sind, beschleunigt. Auf der anderen Seite ist die Rotationsrichtung umgekehrt, und die Luft wird abgebremst.

Dadurch entstehen Unterdruck (schnellere Strömung) und Überdruck (verlangsamte Strömung) am Zylinder, aus der eine auf den Zylinder wirkende Kraft resultiert. In Summe wird der Flettner Rotor also sowohl nach vorne gezogen und gedrückt. Diese Kraft wirkt quer zur Windrichtung und erzeugt den Vortrieb des Schiffes.

So viel wird gespart

Der Flettner-Rotor ist ein altes Konzept, das mit modernen Technologien und Materialien immer weiter verbessert wird. Das Ziel ist es, die Emissionen in der Schifffahrt zu reduzieren und somit einen großen Schritt in Richtung Umwelt- und Klimaschutz zu machen. Die Resultate sind exzellent.

Die Effizienz der Rotoren ist stark abhängig von Windstärke und Windrichtung, sowie der Route des Schiffes. Unabhängige Analysen haben allerdings gezeigt, dass durch den Einsatz von Flettner Rotoren bis zu 25 Prozent Treibstoff gespart werden kann.

So fing alles an

Das erste Rotorschiff wurde von Flettner bereits 1924 entwickelt und umgebaut, das „Rotorschiff Buckau“ hatte zwei 13 Meter hohe Flettner Rotoren. Diese konnten sich allerdings nicht durchsetzen und verloren in den Jahren nach 1930 den wirtschaftlichen Konkurrenzkampf gegen Dampfmaschinen und Dieselmotoren.

Heutzutage werden Flettner-Rotoren bei Schiffen als Zusatzantrieb verbaut, um einen energiesparenden Hybridantrieb zu bilden.

Wer?

Konsortium

Partner

abh INGENIEUR-TECHNIK GmbH

abh INGENIEUR-TECHNIK GmbH

FlettnerShipDesign I/II

Entwicklung optimierter Antriebskonfigurationen für Flettnerrotor-Schiffe

HB Hunte Engineering GmbH

HB Hunte Engineering GmbH

FlettnerShipDesign I/II

Entwicklung optimierter Antriebskonfigurationen für Flettnerrotor-Schiffe

Hamburgische Schiffbau-Versuchsanstalt GmbH

Hamburgische Schiffbau-Versuchsanstalt GmbH

FlettnerFlow

Entwicklung der Grundlagen für einen ganzheitlichen, aero- und hydrodynamischen Entwurf von Rotorschiffen

Bureau Veritas

Bureau Veritas

FlettnerCertification

Entwicklung und Validierung neuer Richtlinien für Flettnerrotor-Schiffe

SCHOTTEL GmbH

SCHOTTEL GmbH

FlettnerRotorDesign

Entwicklung wirtschaftlicher Konstruktions- und Herstellungsverfahren der Flettnerrotortechnologie

IBK-fibertec GmbH

IBK-fibertec GmbH

FlettnerMaterials

Entwicklung kostenoptimierter Flettnerrotoren mit nachhaltigen Materialien

Dirks Elektrotechnik GmbH

Dirks Elektrotechnik GmbH

FlettnerControl

Entwicklung und Validierung neuer Flettnerrotor-Analysesysteme und -steuerungen

Fraunhofer-Institut für Windenergiesysteme IWES

Fraunhofer-Institut für Windenergiesysteme IWES

FlettnerTwin

Entwicklung und Validierung eines Konzepts für eine ganzheitliche Rotorschiffsteuerung

MARIKO GmbH

MARIKO GmbH

FlettnerLCA

Bewertung der Nachhaltigkeit der Flettnerrotortechnologie über den gesamten Lebenszyklus

Hochschule Emden/Leer

Hochschule Emden/Leer

FlettnerSimulation

Entwicklung wirtschaftlicher Konstruktions- und Herstellungsverfahren der Flettnerrotortechnologie

Assoziierte Partner